Aktuelles

Boulespielen

 

Was halten Sie davon: ein Tête à Tête, Doublette oder Triplette mit einem Schweinchen.

 

Nein, hier geht es ist ganz bestimmt nicht um etwas Anrüchiges. Es sind ganz einfach Spielvarianten beim Boulen.

Dieser Freizeitsport ist große Unterhaltung und Spaß für Menschen jeden Alters, gespielt an der frischen Luft

(bei fast jedem Wetter) und bedarf keinerlei umständlicher Vorbereitungen. Und gerade auch in den jetzigen Zeiten

hat sich gezeigt, dass solchen Aktivitäten besonders geeignet sind,um sich zu treffen, Kontakte zu halten und

neue Menschen kennenzulernen.

 

Doch zuvor muss eine Boulebahn errichtet werden. Wenn möglich, zentral und einfach im Ort zu erreichen.

Die Bahn hat eine Umrandung mit einer Größe von 12 X 3 Meter.

Es bedarf einiger Bearbeitung des Untergrundes, aber alles ist auch in Eigentinitiative und mit überschaubarem

finanziellen Aufwand zu leisten.

 

Bevor wir aber feste Pläne für die Umsetzung machen, wollen wir uns einen Überblick über das Interesse dazu

in der Bevölkerung beschaffen. Was halten Sie von dieser Idee ? Welche Vorschläge und Anregungen gibt es ?

 

Unter folgendem Link können Sie uns telefonisch, per Mail oder über Facebook erreichen:

Kontakt

 

Wir freuen uns, von Ihnen zu hören

 

Der Vorstand Verein Menschen in der Nähe Steinfurth

 

 

 

1200 Euro Spenden für gute Zwecke

Rosemarie Momberger vom Steinfurther Verein „Menschen in der Nähe“ (MidN) hatte die Idee, Mund-Nasen-Schutz-Masken aus Stoff zu nähen. Gemeinsam mit weiteren Frauen wurde fleißig genäht, und so konnten einige Zeit später in zwei Aktionen am Steinfurther Vereinstreff über 700 Masken an Steinfurther Bürgerinnen und -Bürger verteilt werden. Diese dankten es den Initiatoren mit großzügigen Spenden, die an gemeinnützige Organisationen weitergeleitet werden sollten.

Gerhard Schulz, 1. Vorsitzender des Vereins MidN, überreichte jeweils eine Spende in Höhe von 600 Euro an Siegfried Nickel, den Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Steinfurth, sowie an Katja Bohn-Schulz als Vertreterin des Fördervereins Hospiz Wetterau.


Pfarrer Nickel freute sich besonders über die Spende, die für die Renovierung der Pfarrscheune verwendet werden soll, die von vielen Steinfurther*innen für Veranstaltungen, Familienfeiern und sehr häufig auch für den Trauerkaffee genutzt wird. Leider ist die Pfarrscheune schon in die Jahre gekommen und wichtige Bausubstanz muss Instand gehalten werden. Pfarrer Nickel dankte für die „Anschubfinanzierung“ durch diese Spende und hofft auf Nachahmer, denn die Steinfurther Kirchengemeinde ist zu klein, um den Geldbedarf für die Renovierung alleine zu decken.  


Auch der Förderverein Hospiz Wetterau ist auf Spenden angewiesen. Bereits vor Eröffnung des Hospizes muss der finanzielle Grundstock für die Übernahme der laufenden Betriebskosten in Höhe von 5 % (etwa 80.000 Euro) erbracht werden. Die 600 Euro Spende von MidN ist somit ein willkommener Beitrag.


 


ASYLSUCHENDE IN STEINFURTH : EINE CHRONOLOGIE

September 2015. Das Bild eines ertrunkenen syrischen Kindes, angespült am Strand von Bodrum / Türkei, geht um die Welt, erschüttert und rührt die Menschen. Die Dringlichkeit der sogenannten Flüchtlingskrise wird jäh und für alle sichtbar. Es kommt Hoffnung auf, dass dieses Bild die Welt verändern könnte. ‘Wir schaffen das’ und ähnliche Schlagzeilen sind zu lesen. Grenzen werden geöffnet. Mit wohlwollenden Plakaten und Bravo-Rufen werden die ersten Personenzüge voller Asylsuchender begrüßt. In den Medien präsentieren sich Bürger als gute Menschen, die helfen wollen.
Das Wort ‘Gutmensch’ wird zum Unwort des Jahres. Und es wird in den Monaten danach besonders von denjenigen benutzt, die mit dieser sogenannten ‘Flüchtlingspolitik’ nicht einverstanden sind. Der Begriff Gutmensch wird als gehässig oder verachtend gemeinte Verunglimpfung von Einzelpersonen, Gruppen gebraucht.

Frühjahr 2016. Die Flüchtlingswelle steuert auf einen Höhepunkt zu. In ganz Deutschland werden Notunterkünfte gesucht. Schon bald ist erkennbar, dass auch unsere Region und Gemeinde sich damit auseinandersetzen muss, asylsuchende Menschen unterzubringen und zu versorgen.

Unser Verein: Menschen-in-der-Nähe beschließt nach kurzer Abstimmung, auch mit der evangelischen Kirchengemeinde Steinfurth, Verantwortung zu übernehmen. Ein erstes Gespräch zu dem Thema findet im Rathaus mit Herrn Peter Krank und Mitarbeitern des Fachbereiches Soziales / Flüchtlingskoordination statt.

In der WZ wird ein Artikel mit der Überschrift ‘Rosige Zeiten für Flüchtlinge’ abgedruckt:
“Die Wobau GmbH, Bad Nauheim, hat das Grundstück Steinfurther Haupstr. 5, in Steinfurth, erworben.

Aussagen Verantwortlicher:
„ … im zweiten Quartal könnten dort etwa 30 Asylsuchende einziehen … „
„ Jetzt gilt es, die Bürger zu informieren, aber keine Ängste zu schüren“
„ … man hofft, dass das tolle Ambiente (des Anwesens) in dieser Form erhalten bleibt … „

In der Sitzung des Ortsbeirates Steinfurth (09.03.16) informiert Herr Krank (Stadt Bad Nauheim) über den aktuellen Sachstand. Mit dem Erwerb des Grundstückes Steinfurther Haupstr. 5, Steinfurth durch die Wobau GmbH werden Unterbringungskapazitäten für die Aufnahme von Asylsuchenden geschaffen.

April 2016. Ein Aufruf unseres Vereins zu einem Treffen möglicher ehrenamtlicher Helfer zum Thema Flüchtlinge wird von vierzehn Steinfurther/innen wahrgenommen. Ein erstes Treffen findet statt. Ein Mitarbeiter des Fachbereichs Soziales / Flüchtlingskoordination informiert umfassend.

April 2017. Die ersten zehn Asylsuchenden ziehen in die Unterkunft ein:
zwei Mütter, 7 Kinder, begleitet von einem Neffen der Familie.
Ein von der Stadt Bad Nauheim bestellter Flüchtlingspate und weitere ehrenamtliche Helfer begrüßen die Ankömmlinge und versuchen bei den ersten Schritten in der fremden Umgebung, bei Anmeldung in Schulen und Kindergarten, beim Umgang mit Ämtern und Behörden, diese Menschen zu unterstüzen.

Mai 2017. Eine weitere Familie zieht in das Haus Steinfurther Hauptstr. 5, ein. Zwei Erwachsene und 5 Kinder, zwei davon junge Männer.
“Ein weiterer Flüchtlingspate mit Helfergruppe leistet Hilfe und Unterstützung bei den ersten Integrationsschritten.

Juni 2017. Vermehrt werden die Helfer von Steinfurther Einwohner/innen angesprochen und um Informationen über die Situation im Haus Steinfurther Hauptstr. 5 und die dort untergebrachten Personen gebeten. Daraufhin wird in der öffentlichen Ortsbeiratssitzung am 14. Juni 2017 zum Tagesordnungspunkt Sachstand Flüchtlingsunterkunft Steinfurther Hauptstraße umfassend zum Thema und die Arbeiten der Helfergruppe informiert:

  • allgemeine Wohnsituation im Haus
  • bestehende Probleme und unvermeidliche Streitigkeiten beim Zusammenleben auf engen Räumen
  • unzureichende Informationen der Bürger
  • positive Resonanzen aus der Bevölkerung zu Spendenaufrufen

sind Teil der Präsentation. Anwesend waren u. a. zahlreiche Stadtverordnete und sonstige öffentliche Vertreter.

2. Halbjahr 2017. Eine weitere 4- köpfige Familie zieht im Herbst des Jahres im Haus ein. Eine weitere Helfergruppe hilft bei den ersten Schritten in der neuen Heimat.
Im Dezember 2017 sind in dem Gebäude insgesamt 23 Personen untergebracht. Es kommt oft zu heftigen Streitigkeiten der Familien untereinander. Unter teilweiser Hinzuziehung von Sozialarbeitern wird versucht zu schlichten und weitere Eskalationen zu vermeiden. Ein täglicher Besuch im Haus ist dringend erforderlich.
Da für 19 Personen (die vierköpflige Familie ist in der DG-Wohnung untergebracht) nur eine Küche, ein Bad / Dusche und zwei Toiletten zur Verfügung stehen, entstehen schnell Schäden an der betagten Bausubstanz. Diese Mängel werden der Stadt Bad Nauheim und dem Gebäudeeigentümer angezeigt. Abhilfe wird nicht geschaffen.

Frühjahr 2018. Mit dem Wegzug der beiden später angekommenen Familien entspannt sich die Situation wieder. Allerdings werden die freigewordenen Wohnräume umgehend wieder verschlossen und die verbleibenden 11 Personen auf die ihnen gesetzlich zustehende Wohnfläche (ca. 70 qm) zurückgeführt.

Die Asylverfahren konnten in der Zwischenzeit für 10 Personen abgeschlossen werden. Damit müssen die Familien private Mietverhältnisse anstreben.
In Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Nauheim und dem Wetteraukreis kann schließlich für alle eine Unterkunft in Düdelsheim gefunden werden. Nach Durchführung von umfangreichen Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten konnten die Familien dort Ende Juli 2018 einziehen.

Das Gebäude Steinfurther Haupstr. 5 steht leer. Die Stadt Bad Nauheim hat das Mietverhältnis mit der Wobau GmbH beendet. Wie das ehemalige Gönewein-Anwesen künftig genutzt wird ist nicht bekannt.
Derzeit betreuen noch etwa 10 ehrenamtliche Helfer hier in Steinfurth lebende Flüchtlingsfamilien.

Fazit und Meinung. Für alle ehrenamtlichen Helfer waren die vergangenen 15 Monate anstrengend, gerade auch in mentaler Hinsicht. Alles was wir erlebten war neu. Es hat bei vielen den Blick auf das Flüchtlingsthema verändert.
Die reale Konfrontation mit den Verhältnissen und Herausforderungen hat wenig mit den Nachrichten der Medien zu tun. Zwar konnte immer wieder Unterstützung bei den Mitarbeitern des Fachbereiches Soziales und Flüchtlingskoordination der Stadt Bad Nauheim eingefordert werden. Oft überwog bei uns aber der Eindruck alleine gelassen zu werden. Unzählige Gänge zu Ämtern und Behörden waren (und sind) erforderlich. Die Papier- und Antragsflut um die Leistungen des Staates zu erhalten sind ‘beachtlich’. Selbstverständlich ist es richtig, Ansprüche und Leistungsbewilligungen sorgsam zu prüfen, es geht letztendlich um die Weitergabe und Verteilung von Steuergeldern der Bürger. Unverständlich ist aber z. Bsp. dass nach all den vielen Jahren in denen Menschen aus fremden Ländern nach Deutschland kommen, sich das amtliche Papierwesen nicht mehr diesen Herausforderungen angepasst hat.

Es gab viel Unterstützung von Personal bei Ämtern und Schulen, aber vereinzelt auch deutliche, spürbare Abneigung gegen die Fremden. Letztendlich würden die meisten von uns (Helfern) sich aber bestimmt erneut engagieren. Viel Dankbarkeit und Anerkennung wurde uns von den Menschen denen wir helfen konnten entgegengebracht.

”Wir schaffen das” stimmt nur sehr bedingt. Riesige Finanzhilfen, Broschüren und Flyer zu verteilen lösen keinerlei Fragen und Probleme im Alltag. Eine funktionierende Infrastruktur für all die kleinen Fragen und Probleme des täglichen Lebens für diese Menschen kann ich nicht erkennen.
Fehlende und unzureichende sachliche Informationen an die Bevölkerung durch Verantwortungsträger ist nicht die Regel, könnten aber einen bedeutenden Beitrag zur allgemeinen Akzeptanz der Fremden beitragen.
Die von vielen erhoffte breite Integration der Flüchtlinge ist damit nur schwer vorstellbar. Wir können nur ahnen, welche gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen es gäbe ohne das großartige Engagement aller ehrenamtlichen Helfer (übringens auch in vielen anderen Bereichen) im ganzen Land.

Wir hätten gerne diesen Aufsatz in dieser oder ähnlicher Form an die Wetterauer Zeitung gegeben. Nach Rücksprache mit der Redaktion der Zeitung bestand aber dazu offensichtlich kein Interesse.

August 2018 – Jürgen Michel